Soldaten sind über die gesetzliche Unfallversicherung grundsätzlich abgesichert, aber in der Regel nur bei Unfällen im Dienst und auf bestimmten dienstlichen Wegen. Eine private Unfallversicherung kann die typischen Lücken schließen und dich auch in der Freizeit umfassend schützen.
Gesetzliche Unfallversicherung für Soldaten
Die Bundeswehr ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Abgedeckt sind insbesondere:
- Arbeitsunfälle im Dienst: Verletzungen während des Dienstes
- Berufskrankheiten: Erkrankungen, die durch den Dienst verursacht werden
- Wege zum und vom Dienst: Unfälle auf dem Weg zur Kaserne
- Einsatzbedingte Verletzungen: im In- und Ausland
Leistungen der gesetzlichen Versicherung
Je nach Fall sind unter anderem möglich:
- Heilbehandlung und Rehabilitation
- Lohnfortzahlung durch die Bundeswehr
- Eventuelle Ansprüche bei Wehrdienstbeschädigung
Entscheidend ist jedoch: Unfälle in der Freizeit sind in der Regel nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt.
Warum eine private Unfallversicherung?
Private Unfälle passieren deutlich häufiger als dienstliche. Ein Sturz beim Sport, ein Autounfall in der Freizeit oder ein Unfall beim Heimwerken kann genauso zu dauerhaften Schäden führen. Genau in diesen Fällen greift die gesetzliche Absicherung häufig nicht.
Statistik
- 80% aller Unfälle passieren in der Freizeit
- Nur 20% sind arbeits- bzw. dienstbedingt
Eine private Unfallversicherung kann diese Lücke schließen.
Leistungen der privaten Unfallversicherung
Typische Bausteine und Leistungen sind:
- Invaliditätsleistung: bei bleibenden Schäden als Kapitalleistung oder Rente
- Todesfallleistung: finanzielle Absicherung für Hinterbliebene
- Bergungskosten: beispielsweise bei Unfällen im Ausland
- Kosmetische Operationen: zum Beispiel zur Behandlung sichtbarer Narben
- Krankenhaustagegeld: tägliche Leistung während eines Krankenhausaufenthalts
- Genesungsgeld: zusätzliche Leistung nach dem Krankenhaus
- Unfallrente: monatliche Leistung bei hoher Invalidität
Besonderheiten für Soldaten
Bei Soldaten lohnt sich ein genauer Blick auf die Bedingungen, weil häufig besondere Anforderungen bestehen:
- Erhöhte Unfallrisiken: körperlich fordernder Alltag und intensive Ausbildung
- Einsätze im In- und Ausland: weltweiter Schutz ist besonders wichtig
- Sportliche Aktivitäten oft intensiver: höhere Verletzungsgefahr in der Freizeit
- Psychische Belastungen: können das Risiko von Unfällen indirekt erhöhen
- Junge Altersgruppe: statistisch höhere Unfallquote
Versicherungssummen im Überblick
| Leistung | Empfohlene Höhe |
|---|---|
| Invaliditätsleistung | 500.000–750.000 Euro |
| Todesfallleistung | 5.000–10.000 Euro |
| Krankenhaustagegeld | 20–50 Euro/Tag |
| Genesungsgeld | 20–50 Euro/Tag |
Worauf solltest du achten?
- Weltweiter Schutz: wichtig bei Auslandseinsätzen und Reisen
- Kriegsklausel prüfen: relevante Ausschlüsse und Definitionen genau lesen
- Hohe Invaliditätssumme: idealerweise mindestens 500.000 Euro
- Unfallrente: zusätzliche monatliche Absicherung bei hoher Invalidität
- Kosmetische Operationen: sollten sinnvoll mitversichert sein
- Bergungskosten: besonders relevant im Ausland
- Vertragsbedingungen im Detail: Progression, Gliedertaxe und Mitwirkungsanteile
Kosten und Tarife
Private Unfallversicherungen liegen häufig bei etwa 300–600 Euro pro Jahr. Die Prämie hängt insbesondere ab von:
- Versicherungssumme
- Risiko-Einstufung und Tätigkeit
- Alter und Gesundheitsangaben
- Zusatzleistungen und Bausteinen
Tipps zur Wahl
- Vergleiche mehrere Versicherer: Leistungen und Bedingungen unterscheiden sich stark
- Wähle hohe Invaliditätssummen: bei der wichtigsten Leistung nicht zu knapp kalkulieren
- Prüfe Zusatzleistungen: Bergungskosten, kosmetische Operationen, Unfallrente
- Regelmäßig überprüfen: Summen an Inflation und Lebenssituation anpassen
Fazit
Eine private Unfallversicherung ist für Soldaten eine sehr sinnvolle Ergänzung. Sie schließt die Lücken der gesetzlichen Absicherung und schützt dich gerade dort, wo die meisten Unfälle passieren: in der Freizeit.